Die bunte Zugabe des Sommers

Wenn das Laub unter den Schritten raschelt und der Blick über goldgefärbte Wälder schweift, macht das Wandern besonders Freude.

Von September bis Oktober hält der Herbst in den Bergen schrittweise Einzug. Die Kühe werden von den Almen ins Tal getrieben, auf den sattgrünen Weiden des Talbodens erwarten dich jetzt vielfältige Gräser und Kräuter.

Mit dem verfärben der ersten Blätter legt sich langsam aber sicher das erhitzte Gemüt des Sommers. Ruhe kehrt ein. Gleichzeitig zeigt sich die Natur von ihrer wunderbarsten Seite: Die Tage sind nicht mehr drückend heiß, die Nächte angenehm erfrischend und die Sonne im Gebirge hat noch sommerliche Strahlkraft, was wunderschönes Licht, satte Farben und faszinierende Naturschauspiele mit sich bringt.

Das „Grande Finale“, die schönste Zugabe des Sommers, lassen den Herbst zur faszinierendsten Wanderzeit werden.

Die Goldwälder am Sonnenplateau

Die wunderschönen Lärchenwiesen rund um Obsteig, die besonders im Herbst ihren Reiz haben, wurden unter Landschaftsschutz gestellt. Fast völlig naturbelassen und unberührt kann hier die Natur ihre volle Pracht entfalten.

Es ist ein jährlich wiederkehrendes Naturschauspiel: die Lärchen am Sonnenplateau schlüpfen für wenige Wochen in ihre herbstliche Goldrobe und entfalten eine einmalige, brennende Farbenpracht.

Ein Spektakel das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

Wenn die zart benadelten Bäume ihr goldenes Hochzeitsgewand mit dem grünen Sommerkittel vertauschen, erleuchtet eine ganze Region. Es ist die Landschaft zwischen Barwies und dem Holzleitensattel, die für einige Tage golden glänzt.

Es ist einfach, dieses Naturschauspiel zu erleben.

Tipp für Genusswanderer: Weg von Holzleiten via Aschland zum Arzkasten und weiter nach Obsteig.

Gestartet wird in Holzleiten. Vorbei an einem wahrhaftigen Wachholder-Baum, im Anblick des Wannigs wandert man zuerst in Richtung Aschland. Nach der Überquerung des Marienbergbaches gelangt man nach Aschland mit seiner Rochus-Kapelle, inmitten einer wunderschönen Landschaft. Weiter geht‘s dann auf einem Fahrweg nach Arzkasten. Vom Arzkasten aus spaziert man dann weiter nach Obsteig oder gar nach Barwies und Mieming.

Genieß auch du ein paar unvergessliche Momente in unseren brennenden Lärchenwäldern und nimm die Eindrücke dieser traumhaften Landschaft und der vor Energie strotzenden Berge mit nach Hause.

Die Goldwälder vom Holzleitensattel.

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Der Wacholderbaum am Holzleitensattel ist wahrlich ein Prachtexemplar. Dahinter der Wannig.

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Bilder wie aus einem Märchenbuch: Goldene Lärchen, eine Heuhütte und der majestätische Wannig.

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Die Goldwälder vom Holzleitensattel.

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„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ 
- Johann Wolfgang von Goethe -

 
 

Wannig-Überschreitung über Handschuhspitze
(Tagestour)

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Der lange Kamm zwischen Handschuhspitze (2.319m) und dem Wannig (2.493m - auch "Hochwannig" oder "Wanneck" genannt) bildet den westlichen Abschluss der mächtigen Mieminger Kette.

Die Überschreitung des Wannig ist eine schöne und eindrucksvolle Bergfahrt in der Mieminger Kette. Hat man einmal den Gipfel der Handschuhspitze erreicht, erwartet einen die grandiose Querung eines langen Grates und ein wahrhaft eindrucksvolles Finale im Gipfelbereich des Wannig. Der westseitige Abstieg ist ebenfalls ein Genuss, insgesamt aber doch sehr lang.

Gestartet wird beim Parkplatz Aschland bei der Abzweigung der Forststraße in Richtung Marienbergalm. Über die Forststraße geht es gemütlich durch den Wald hinauf bis zur  Marienbergalm. Von der Alm geht es entweder querfeldein oder über die Forststraße zum Marienbergjoch. Dort wendet man sich nach rechts zum bereits erkennbaren Pfad Richtung Handschuhspitze. Nun steigt man den schmalen Pfad durch den Latschengürtel bergauf und erreicht bald flacheres Grasgelände. Der Weg steilt danach wieder an und führt schließlich zu einem steilen und ausgedehnten Geröllfeld. Am linken Rand verläuft der Weiterweg (Wegmarkierungen auf Steinen) steil nach oben, bis man zu einer breiten Rinne gelangt. Am linken Rand der Rinne geht es weiter bergauf und schließlich gelangt man in das südseitige Grasgelände in Sichtweite des Gipfels. In wenigen Minuten erreicht man schließlich das erste Tagesziel – den Gipfel der Handschuhspitze (2.319m).

Die folgende Gratüberschreitung von der Handschuhspitze zum Wannig ist der schwierigste Teil der Tour (wer sich im Aufstieg zur Handschuhspitze unsicher gefühlt hat, sollte hier umkehren). Es werden dabei zunächst auf der Südseite drei Schrofenwannen gequert, welche zunehmend steiler werden. Die Querung erfolgt unterhalb des Gipfelgrats, die Zwischengipfel werden nicht direkt überschritten und die Grathöhe nur an den meisten Scharten erreicht. Das Gelände ist recht gleichförmig und erlaubt beliebige Varianten, die Markierungen sind oft nur schwer zu sehen und der Pfad verliert sich in den gerölligen Passagen manchmal oder scheint sich zu teilen ohne dass die richtige Variante auf Anhieb erkennbar ist.

Vom Gipfel der Handschuhspitze einige Meter südwärts hinab und den schwachen Markierungen westwärts folgen auf zunächst gut sichtbarem Pfad, der sich im hinteren Teil dieser ersten Schrofenwanne in leicht ausgesetztem Gelände phasenweise verliert. Weiter bis zum Ende der ersten Schrofenwanne.

Der Pfad ist auch in der zweiten Schrofenwanne schwer zu finden, die Markierungen im gerölligen Gelände leiten relativ hoch in Gratnähe entlang bis etwas absteigend eine Scharte erreicht wird. Das folgende Gelände bis zum Ende der zweiten Schrofenwanne ist stellenweise leicht ausgesetzt.

In der dritten Schrofenwanne ist der Pfad leichter zu finden und eine weitere Scharte am Grat wird rechts liegengelassen. Das Gelände wird danach aber steiler und eine ausgesetzte Querung (schwerste Stelle) leitet auf die Rippe, welche die dritte Schrofenwanne begrenzt.

Nun blickt man in die vierte Schrofenwanne und kann oberhalb den Gipfelaufbau des Wannig sehen. Hier nicht den unmarkierten Pfadspuren westwärts folgen (!), sondern den Markierungen folgend die Rippe nordwärts leicht ausgesetzt hinauf und kurz vor dem Gipfelgrat den Markierungen westwärts in eine Scharte folgen. Ende der erwähnenswerten Schwierigkeiten.

Hier erfolgt erstmals ein Wechsel auf die Nordseite und man folgt weiter dem nun besser markierten Pfad durch 2 Geröllmulden (meist Altschnee, im Frühsommer evtl. schwieriger !) Man gelangt schnell wieder in leichtes Gehgelände und folgt nun zwischen den eindrucksvollen Felstürmchen dem markierten Weg bis zum Gipfel des Hochwannig (2.493m).

Der Gipfelbereich ist eher weitläufig und besitzt drei fast gleich hohe Erhebungen. Vom Gipfelkreuz hat man schöne Ausblicke nach Süden (Ötztal, Pitztal), vom etwas höheren nördlichen Gipfel schöne Ausblicke in alle Richtungen.

Abstieg Hochwannig:

Der Abstieg erfolgt über den deutlich leichteren Weg, über die westliche Flanke des Wannig. Nachdem man den Gipfelbereich verlassen hat, durchquert man einige Mulden und folgt danach dem gut markierten Pfad Richtung Westen. Teilweise bieten sich Schuttreisen für eine schnelle Abfahrt an. In vielen Serpentinen geht es zunächst durch Geröll, später durch Latschen und schließlich durch wunderschönen Bergwald steil hinab.

Durch lichten Wald geht`s hinunter bis fast zum Adlerhorst. Von dort zurück zum Ausgangspunkt nach Aschland.

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„Wir steigen nicht auf Berge, um Gipfel zu erreichen, sondern heimzukehren in eine Welt, die uns als ein nochmals geschenktes Leben erscheint.“
- Reinhold Messner -
 

Forststraße zur Marienbergalm. Im Hintergrund der "Handschig".

Herbst - die farbigste und schillerndste Jahreszeit. Im Hintergrund die Marienbergspitzen.

Der kleine Kerl sammelt eifrig Vorräte für den Winter.

Der herbstliche Bergwald zeigt sich von seiner besten Seite.

Farbenpracht.

Herbst in den schönen Miemingern.

Das weithin sichtbare Gipfelkreuz der Handschuhspitze oder des "Handschig", wie die Einheimischen sagen.

Das Wetterkreuz am Marienbergjoch.

Jetzt beginnt die Kammwanderung hinauf zum "Handschig".

Am Unteren Schafkopf (1.947m) vorbei, der Blick zurück ist gigantisch. Von rechts nach links: Grünstein (2.661m) - Westl. (2.535m) & Östl. (2.561m) Marienbergspitze - Wamperter Schrofen (2.520m) und weiter links Ehrwalder Sonnenspitze (2.417m) sowie ganz außen die Zugspitze (2.962m).

Im oberen Teil führt der Anstieg durch eine steile Mulde.

In vielen Serpentinen aufwärts.

Anstieg auf die schrofige Südflanke.

Gipfelkreuz Handschuhspitze (2.319m).

Rückblick zu Marienbergjoch und -alm.

Tolle Ansicht der Grünstein-Südflanke, sowie dahinter die Griesspitzen.

Vorfreude auf die weitere Kammwanderung hinüber zum Wannig.

Der markierte Steig führt meist unterhalb des Kamms durch die Südflanke.

Trittsicherheit ist an manch abschüssiger Stelle gefragt.

Man quert diverse "Schrofenwannen".

Teilweise verschwindet der Steig fast.

Der Wannig-Kamm bietet bei Schönwetter eine geniale Aussicht. Hinter dem Tschirgant die Ötztaler Alpen, Samnaun und Verwall - man sieht bis in die Schweiz.

Hier ist auch wieder Trittsicherheit gefragt.

Die vergleichsweise schwierigste Stelle in der Überschreitung.

Rückblick.

Teilweise befindet man sich ziemlich tief in der Flanke, hier geht`s zurück zur Grathöhe.

Letztes Teilstück hinauf zum Wannig.

Blick in das nordseitige Kar.

Wannig Haupt- und Nordgipfel.

Die letzten 50 Höhenmeter weicht man in die Nordseite aus.

am Wannig (2.493m) - einfach herrlich!

Blick retour auf den gesamten Kamm. Es dauert ca. 1,5 Stunden herüber vom "Handschig".

Ein paar Meter rüber zum Nordgipfel.

Von dort ein schöner Tiefblick in das nordseitig eingelagerte Kar ('Bergle'), im Winter eine beliebte, ambitionierte Skitour aus dem Biberwierer Skigebiet. Weitere Sommeranstiege erfolgen rechts durch die Gipfelschlucht (sehr brüchig) oder einfacher über den Berglesboden und den links sichtbaren Kamm.

Mit einem gigantischen Panorama vor einem beginnt der lange Abstieg.

Ein Traum! Allen voran die spitze Heiterwand (2.639m) weiß zu beeindrucken.

Viel Schottergelände, viel Aussicht.

Danach am ziemlich steilen Steig durch den Latschengürtel abwärts bis in die Nähe des Schnahnggekopfs (1.825m). Drüben die Muthenaualm (Nassereither Alm, 1.739m), für die man aber einen kleinen Umweg nehmen müsste.

Herbstlicher Bergwald in den Miemingern.

Farbenpracht so weit das Auge reicht.

Auf gutem Steig abwärts.

Schöner Aussichtspunkt auf 1.460m.

Durch lichten Wald hinunter.

Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu.